Die 95 Thesen von Martin Luther:
"Zum Beispiel: Warum räumt der Papst nicht das Fegefeuer aus um der heiligsten Liebe und höchsten Not der Seelen willen - als aus einem wirklich triftigen Grund -, da er doch unzählige Seelen loskauft um des unheilvollen Geldes zum Bau einer Kirche willen - als aus einem sehr fadenscheinigen Grund -?" (82. These)

Die Propsteisynode Goslar hat sich bei ihrer Tagung im September in Ölber am weißen Wege mit einem heiklen Kapitel aus dem Leben Martin Luthers befasst, seinem Verhältnis zu den Juden. Der Vorsitzende der Propsteisynode, Dr. Hans Schünemann, referierte über zwei neuere Veröffentlichungen, nämlich über das Buch "Luthers Juden" von Thomas Kaufmann und über die entsprechenden Passagen aus der Lutherbiografie von Heinz Schilling. Nicht nur die schlimmen Äußerungen Luthers über die Juden in seinen Spätschriften, sondern bereits der missionarische Impetus in den frühen Schriften gibt Anlass, der Frage nachzugehen, wie tief Luthers Antijudaismus in der protestantische Theologie wurzelt. Propst Thomas Gunkel ging dem in einem weiteren Referat über Aspekte des jüdisch-christlichen Dialogs nach. Die Manuskripte der Vorträge finden Sie nachfolgend zum Download: