Die 95 Thesen von Martin Luther:
"Oder: Warum werden die kirchlichen Bußsatzungen, die "tatsächlich und durch Nichtgebrauch" an sich längst abgeschafft und tot sind, doch noch immer durch die Gewährung von Ablaß mit Geld abgelöst, als wären sie höchst lebendig?" (85. These)

Elisabeth Stumpf - Brunnen der LiebeAm Freitag, den 12. April 2013 wurde in der Marktkirche Installation und Ausstellung bei Anwesenheit der Künstlerin eröffnet. Ausgangspunkt der Arbeit von Elisabeth Stumpf ist die idealisierte Landschaft der Romantik. Caspar David Friedrich, der bedeutendste deutsche Maler jener Zeit, sah die Natur als Spiegelung menschlicher Empfindungen und ersuchte das Unerreichbare, Göttliche darzustellen.

Die München geborene Künstlerin studierte von 2005-12 an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und erhielt unter anderem im Jahre 2008 den Förderpreis des Zontaclub St. Barbara in Goslar.

In den letzten Jahren finden sich in ihren Installationen immer wieder auch bunte Plastikblumen. Auf der Homepage von Elisabeth Stumpf heißt es erläuternd: "Sie fallen von oben als Bild des Glücks und sind in Wirklichkeit an Nylonfäden festgemacht, damit sie in der Schwebe bleiben. Es sind Hochzeitsblumen und Grabschmuck zugleich, Geschenke an die Geliebte und verworfene Liebesmühe. Felsen und Berge aus Gips und Stoff bezaubern uns allein durch die Vorstellung davon, die wir im Kopf haben."

Solche Blumen werden auch in der Marktkirche zu sehen sein. Dadurch werden inmitten einer Zeit, in der die Schöpfung bedroht ist und in der keine allgemeine Erlösung aufscheint Bilder und Stimmungen wachgerufen, die jeder und jedem existentiell vertraut sind, die aber im oft fremdbestimmten und beschleunigten Alltag ihre Eindeutigkeit und Wirklichkeit verloren haben.

Wir erhoffen uns durch die Installation eine Reaktion hervorzurufen, über unseren Umgang mit Trauer und Glück, mit Abschied und Hoffnung in Frage stellt.

Ralph Beims