Die 95 Thesen von Martin Luther:
"Wer weiß denn, ob alle Seelen im Fegefeuer losgekauft werden wollen, wie es beispielsweise beim heiligen Severin und Paschalis nicht der Fall gewesen sein soll." (29. These)

Aus der Vielzahl der Veranstaltungen in der Propstei Goslar dokumentieren wir hier einige ausgewählte Konzerte, Ausstellungen oder Gottesdienste – auch wenn sie sich nicht auf das Reformationsjubiläum beziehen!

Die Propsteisynode Goslar hat sich bei ihrer Tagung im September in Ölber am weißen Wege mit einem heiklen Kapitel aus dem Leben Martin Luthers befasst, seinem Verhältnis zu den Juden. Der Vorsitzende der Propsteisynode, Dr. Hans Schünemann, referierte über zwei neuere Veröffentlichungen, nämlich über das Buch "Luthers Juden" von Thomas Kaufmann und über die entsprechenden Passagen aus der Lutherbiografie von Heinz Schilling. Nicht nur die schlimmen Äußerungen Luthers über die Juden in seinen Spätschriften, sondern bereits der missionarische Impetus in den frühen Schriften gibt Anlass, der Frage nachzugehen, wie tief Luthers Antijudaismus in der protestantische Theologie wurzelt. Propst Thomas Gunkel ging dem in einem weiteren Referat über Aspekte des jüdisch-christlichen Dialogs nach. Die Manuskripte der Vorträge finden Sie nachfolgend zum Download:

Foto: Pfarrer Ulrich SchmalstiegIn der Vorbereitung zu dieser Kanzelrede über "Luther und die Kunst – Reformation und Kunst" lese ich ein Interview in der Zeit, das die Redakteurin Evelyn Finger mit der emeritierten Landesbischöfin von Hannover, Margot Käßmann, geführt hat. Evelyn Finger fragt Frau Käßmann: "Während Sie im Libanon waren, schändete die I.S. das Museum von Mossul. Sie, Frau Käßmann haben über die Bilderstürmer gepredigt. Warum?" Margot Käßmann antwortete darauf: "Luther lehrte unser Glaube gilt Gott, keinem Abgott. Aber er hat selbst den protestantischen Sturm auf die Bilder gestoppt. Luther kritisierte, dass Bilder zu Götzen wurden, doch zerstören wollte er sie nicht. Sie stehen für die Sinnlichkeit des Glaubens. Sie inspirieren und vertiefen ihn.

Zur vollständigen Predigt von Prof. Gerd Winner...

Ein brisantes Thema hatte sich die Propsteisynode Goslar für die erste Sitzung nach ihrer Neukonstituierung vorgenommen. Prof. Dr. Johannes Lähnemann, in Goslar lebender Religionspädagoge der Universität Erlangen-Nürnberg, referierte zum Thema „Religionen – Hemmnisse oder Hilfen der Integration?“ Anhand reicher eigener Erfahrungen zeigte er die Hemmnisse auf, mit denen bestimmte Ausprägungen der Religionen die Integration behindern. Besonders wies er hin auf die Einstellung zur Religionsfreiheit, die Parallelgesellschaften in Ballungsräumen und die Pauschalbilder von „den Anderen“, wie sie teilweise auch von den Medien verbreitet werden. Als bedenklichen Mangel stellte er das Fehlen einer umfassenden kulturell-religiösen Bildung in den Elternhäusern, Kindergärten und Schulen heraus.

Elisabeth Stumpf - Brunnen der LiebeAm Freitag, den 12. April 2013 wurde in der Marktkirche Installation und Ausstellung bei Anwesenheit der Künstlerin eröffnet. Ausgangspunkt der Arbeit von Elisabeth Stumpf ist die idealisierte Landschaft der Romantik. Caspar David Friedrich, der bedeutendste deutsche Maler jener Zeit, sah die Natur als Spiegelung menschlicher Empfindungen und ersuchte das Unerreichbare, Göttliche darzustellen.

Schöpferische Begegnung zwischen Orgel und bildender Kunst Es ist ein besonderes Kulturereignis, diese experimentelle Begegnung zweier Künste: Musik und Kunst treffen sich in einer spannungsvollen Performance, vom Förderverein der Marktkirche e.V. veranstaltet, und zieht das Publikum in ihren Bann. Der Goslarer Komponist Wolfgang Knuth auf der Westseite an der Marktkirchenorgel und der international bekannte Performance-Künstler Helge Leiberg aus Berlin an zwei Overhead-Projektoren in der Vierung.